Der Wawel-Drache
Ein Schaf, Schwefel und ein Schuster, der schlauer war als die Ritter.
Zu Zeiten des Fürsten Krak ließ sich in einer Höhle unter dem Wawel-Hügel ein Drache nieder. Er fraß das Vieh, und als das Vieh ausging, verlangte er Mädchen. Die Ritter starben einer nach dem anderen. Da meldete sich der Schuster Skuba: Er stopfte ein Schafsfell mit Schwefel und Pech und legte es vor die Höhle. Der Drache verschlang das Schaf, es brannte ihm im Bauch, er rannte zur Weichsel und trank und trank und trank, bis er platzte.
Die Legende schrieb im 12. Jahrhundert Wincenty Kadłubek auf, wobei bei ihm die Söhne Kraks den Drachen besiegten. Der Schuster kam später, denn Volkshelden gewinnen immer gegen Fürsten. Heute steht unterm Wawel eine Drachenskulptur, die alle paar Minuten echtes Feuer speit, und die Drachenhöhle ist 270 Meter lang und von Frühling bis Herbst zu besichtigen.